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HINTERGRUND

Es fing alles an an einem Wochenende, abends, irgendwo in der Saarlouiser Innenstadt. Junge Menschen unterhielten sich und stellten (wie schon so oft zuvor) fest, wie schade es doch ist, dass es in ihrer Stadt so wenig Möglichkeiten gibt, sich kulturell und kreativ zu entfalten. Die einen wollten unbedingt regelmäßig Punkkonzerte veranstalten, die anderen eine Hip-Hop Jam, wieder andere wollten einfach nur mal Party machen. Filme und Lesungen sollte es geben, ja mancher sprach sogar von alternativem Theater, Ausstellungen und ähnlichem. Allen gemein war das Bedürfnis Dinge selbst in die Hand zu nehmen anstatt, wie bisher, alles vor die Nase gesetzt zu bekommen und sinnlos zu konsumieren.

Warum es an diesem Abend nicht bei diesen schon so oft von so vielen jungen Menschen in Saarlouis geäußerten Lippenbekenntnissen blieb, kann keiner so recht sagen. Jedenfalls entschied man sich, es wenigstens zu versuchen, bevor man irgendwann in eine andere Stadt zieht, frustiert darüber was in der Jugendzeit so war (bzw. nicht war) und was hätte sein können. Man hatte zwar keinen Plan, aber ein Ziel. Es wurden damit begonnen in der Stadt Flyer zu verteilen und gezielt Jugendliche anzusprechen, ob sie denn nicht mitmachen wollten. So wuchs der Kreis derer, die sich für ein selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum in Saarlouis immer mehr und es entstand das Bündnis diese stadt ist langweilig!

Das Bündnis besuchte den Stadtrat, stellte Fragen, gab sich mit den dürftigen Antworten, der Ablehnung und den Vorurteilen gegenüber der gewünschten Selbstverwaltung jedoch nicht zufrieden. Nach und nach wurde immer mehr Aufmerksamkeit erregt, kulminierend in einer Demonstration durch die Saarlouiser Innenstadt und einem anschließenden Konzert Saarlouiser Bands mitten auf dem Kleinen Markt.

Danach trat man jedoch mehr und mehr aus dem Licht der Öffentlichkeit und in die (z.T. langwierigen) Verhandlungen mit der Stadt Saarlouis. Die Initiative entwarf in Zusammenarbeit mit dem Verband Saarländischer Jugendzentren in Selbstverwaltung (VSJS) mehere Konzepte, mögliche Vereinssatzungen, Nutzungsverträge und diskutierte diese mit der Stadt über einen Zeitraum von über einem Jahr.

Im Oktober 2003 wurde schließlich der Verein Jugendkulturzentrum Saarlouis gegründet, welcher im Juli 2004 den Vertrag mit der Stadt über die Nutzung der Räume abschließen sollte.

Die Bauarbeiten am neuen Vereins- und Jugendzentrum begannen Anfang des Jahres 2004 und wurden im Mai abgeschlossen. Im Juni kam es zur feierlichen Einweihung des Gebäudes und zur symbolischen Schlüsselübergabe durch Oberbürgermeister Fonataine an den Vorsitzenden des Vereins Jugendkulturzentrum Saarlouis. Anfang August 2004 wurde das selbstverwaltete Jugendkulturzentrum schließlich eröffnet.